Geschichte hautnah erleben
Schüler des Staatlichen Gymnasiums Arnstadt zwischen den Fronten des I. Weltkrieges
In der dritten Aprilwoche fuhren elf Schüler der Klassenstufe 11 aus den Grundkursen Geschichte mit zwei begleitenden Lehrern in das Saarland. Im Rahmen eines Schüleraustauschs mit dem Gymnasium “Am Stefansberg” Merzig lagen vier interessante und bedeutsame Tage vor den Schülern.
Nach dem ersten Abend in den jeweiligen Gastfamilien waren alle Teilnehmer des Projekts auf den wichtigsten Tag gespannt. Die Erwartungen, die alle an diesen Tag geknüpft hatten, waren unterschiedlich, aber besonders sollte die Schlacht 1916 zwischen französischen und deutschen Soldaten besser verstandenen werden. Die Reise dieses Tages führte uns auf direktem Weg aus dem Saarland nach Lothringen. Ein Besuch des Schlachtfeldes von Verdun stellte ein wichtiges Erlebnis für alle Schüler dar, denn an diesem Ort wurde vor 94 Jahren eine der blutigsten Schlachten des ersten Weltkriegs ausgetragen. Sie dauerte von Februar bis Dezember 1916. Hierbei wurden bis zu 50 Millionen Artilleriegranaten verschossen – das ist dort bis heute sichtbar. Es war schockierend zu hören, dass erst seit zwei Jahren wieder Leben in den spärlichen Wäldern auf dem ehemaligen Schlachtfeld eingekehrt ist.
Die Gruppe der Gymnasiasten besuchte zuerst das “Memorial de Verdun”, das heutige Museum. In diesem waren jegliche Einsatzmittel des Krieges und Ausrüstungen sichtbar, auch ein Film über die Schlacht wurde vorgeführt. Nach diesem Vorgeschmack führte der Weg durch den Wald vorbei an vielen Denkmälern für die Opfer dieser Schlacht. Die nächste Station war das “Fort de Douamont”. Die französische Verteidigungsanlage ermöglichte den Einblick in ein unvorstellbares Leben in Angst, Bitterkeit und Kälte. Weitere bedeutende Stationen dieses Geländes sind die Soldatenfriedhöfe, die in deutsche und französische unterteilt sind, und das Beinhaus von Douamont mit Kapelle. Hier liegen die Knochen von 130.000 Menschen begraben, welche man durch Fensterscheiben in den Knochenkammern einsehen kann. Weitere 15.000 Soldaten sind im Friedhof vor dem Gebeinehaus begraben.
Dieser Tag zeigte all die Schrecklichkeit und Unmenschlichkeit des ersten Weltkrieges. Ein weiteres Ziel dieser Exkursion sollte das ‘Nichtvergessen’ sein. Mit Sicherheit wird Geschichte, die wir so hautnah erleben durften, nicht aus unseren Erinnerungen gelöscht werden.
Friederike Seever, Stammkurs A11d

© 2010, Staatliches Gymnasium Arnstadt.
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Schlagwörter: Exkursion, Geschichte, Merzig, Partnerschule, Projekt
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Artikel erstellt: Donnerstag, 6.Mai 2010, 9:20 Uhr• Kategorie: Artikel |








